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Von Hanoi über Halong nach Sapa (Flow Followers Logbuch, Teil 11)
Weltreise-Berichte aus Asien - Weltreise-Berichte aus Vietnam

Gewusel in Hanoi

Nach unserem unfreiwilligen Zwischenstopp im Sleeper-Bus verbringen wir erholsame Tage in Hanoi, tuckern im chinesischen Meer in der Halong Bucht und erkälten uns in Sapa, dem Minoritäten-Bergdorf Nordvietnams.

Nach einem wunderbaren Abendbrot (sorry, ich kann es nur noch mal wiederholen) ist die erste Mission in Hanoi: Beantrage ein China-Visum. Frohgemut stapfen wir frühmorgens zur chinesischen Botschaft, machen extra Kopien unserer Ausweise und halten Passfotos bereit. Nach anderthalb Stunden (chinesischem, also sehr physischem) Schlangestehen klebt ein verhältnismäßig freundlicher Türsteher vor dem eigentlichen Schalterraum noch unsere Passfotos auf die ausgefüllten Formulare und wir dürfen eintreten.

Hier kommen wir recht schnell voran. Ein kurzer Blick auf unser Formular gefolgt von einem chinesisch-freundlichem „No tourist visa.“ Ja, und zu welchem Schalter müssen wir dann? „Homecountry.“ Was? Wir sind aber hier! Wir fliegen bestimmt nicht nach Hause für ein China-Visum! „No tourist visa.“
Wir ärgern uns – wahrscheinlich mehr über die ruppige Art als über die Tatsache, dass es so ist. Außerdem hätten die ja gleich beim Aushändigen des Formulars etwas sagen können.

Genervt auf diese Art abgewiesen zu werden, versuchen wir unser Glück im Reisebüro. Hier scheint das erstmal alles kein Problem zu sein – nur dass es etwa viermal soviel kosten soll wie auf dem Amt.
Aber dann gibt es doch ein Problem: China vergibt zur Zeit grundsätzlich keine Visa an Erstbesucher. Wir geben uns immer noch nicht geschlagen und ziehen von Reisebüro zu Reisebüro. Im vierten geben wir auf. Anscheinend sind gerade alle Kapazitäten zur erkennungsdienstlichen Behandlung der Besucher erschöpft.
Mal sehen, ob wir später auf unserer Reise noch zu einem China-Visum kommen. Vielleicht lassen wir das Land aber auch einfach nur beleidigt links liegen ;-)

Mopedschraubergasse

Nach der ganzen Visa-Rennerei haben wir Zeit Hanoi zu entdecken. Im Old Quarter um den Hoan Kiem See gibt es praktisch alles. Jede einzelne Straße bietet ihr eigenes Sortiment – streng nach Warengruppen getrennt, die sich auch in den Namen der Gässchen widerspiegeln: Kräuterstraße, Pfeifenstraße, Seidenstraße und Fischergasse. Nur Computerkramstraße, Mopedschraubergasse und den Raubkopienweg gibt es noch nicht, obwohl dies den heutigen Verhältnissen gerechter würde. Wir lassen uns treiben, fasziniert von dem wirren Gewusel rings um uns.

Etwas außerhalb des Zentrums machen wir Mittagspause in einem der vielen Straßenrestaurants. Altbekannt nehmen wir auf kleinen Plastikhockern an einem etwa 40 Zentimeter hohem Tischchen Platz und finden das erste Mal etwas Neues auf der Karte: Hund.
Inzwischen wissen wir, dass man nicht einfach mal Hundefleisch untergeschoben bekommt, da es eine vermeintliche Delikatesse und dementsprechend teuer ist. Also bestellen wir einfach etwas Normales und versuchen die komischen Gefühle beim Anblick der armen Viecher in ihren Käfigen zu ignorieren. Hier ist es einfach ganz normal und die Tiere hier sind schlicht nur nützlich oder unnötig. Besonderes Mitleid ist in Vietnam leider fehl am Platze.

Ho Chi Minh Mausoleum

Der Besuch des Ho Chi Minh Mausoleums wird durch den Temple of Literature, der Konfuzius gewidmet ist, ersetzt. Denn Ho Chi Minh in seinem Glassarkophag befindet sich zurzeit auf seinen dreimonatigen „Konservierungsferien“ in Russland und das Mausoleum ist geschlossen. Dennoch bietet das Gebäude gerade nachts einen tollen Anblick.

Abends genießen wir neben heimatlicher Küche (Vesper, Spaghetti alio oglio) mit Steffi und Lasse auch wieder einmal die feinen vietnamesischen Gerichte – im Restaurant Koto. Ein sehr schönes non-profit Restaurant, das frühere Straßenkinder ausbildet (Koto – Know one, teach one; kennst Du jemanden, lehre ihn etwas). Und besonders das Panna Cotta Dessert mit einem Hauch von Pandan („asiatische Vanille“) ist ganz hervorragend.

Halong Bay mit seiner standardisierten Bootstour unterbricht unseren Hanoi-Aufenthalt, bevor wir mit dem Nachtzug nach Nordwesten Richtung Sapa fahren. Ursprünglich als französische Bergstation 1922 gegründet ist Sapa nun DER Ort in Vietnam für den Besuch von Minoritäten-Bergstämmen. Und damit vollkommen touristisch.

Reisterrassen in Sapa

Als wir Sapa auf etwa 1600 Metern Höhe erreichen, ist es 12°C kalt und das kleine Örtchen ist in eine dicke Wolke gehüllt. Die Zimmer in den Guesthouses, die wir ansehen, stinken teils nach Schimmel, sind übertrieben teuer und vollkommen unbeheizt.
Bis wir endlich etwas einigermaßen Anständiges mit einem kleinen (natürlich extra zu zahlenden) Heizofen finden, vergehen einige Stunden. (Und trotz Heizlüfter hat die lange Unterhose nachts ihren ersten Auftritt auf unserer Weltreise.) Leider hat sich die Sicht immer noch nicht verbessert und auch die Wettervorhersage zeigt keinerlei Besserung, so dass uns der wohl sehr spektakuläre Blick auf die vielen Reisterrassen verwehrt bleibt. Wir beschließen beim heißen Tee am offenen Kamin diesen kalten Ort am nächsten Tag zu verlassen und nicht wie ursprünglich geplant nach China, sondern zur laotischen Grenze zu fahren. Dass dies ein mehrtägiges Abenteuer werden wird, ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht…


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