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Welterbe: Halong Bucht
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In der Halong-Bucht

Von Hanoi aus steht mal wieder eine UNESCO-Welterbestätte auf dem Programm: Die weltbekannte, grandiose Halong Bucht. Wie so oft in Vietnam sind individuelle Anreise und Erleben auf eigene Faust praktisch unmöglich und wir entscheiden uns schweren Herzens wieder einmal für eine organisierte Tour. Wird es sich diesmal erneut als Kaffeefahrt herausstellen oder haben wir Glück?…

Pünktlich um 8 Uhr stehen wir in der Innenstadt Hanois parat, von dem Minibus der Tourorganisation aufgesammelt zu werden. Mit leichter Verspätung drehen wir eine Stunde lang unsere Runden durch den morgendlichen, bereits quälend langsamen Verkehr, bis auch der letzte Platz des Minibusses mit Touristen gefüllt ist.

Erst einmal aus Hanoi heraus verläuft die Fahrt recht zügig. Auf halber Strecke erfolgt der obligatorische Stopp in der Mitte vom Nirgendwo. Ein einsames Gebäude bietet Toiletten, jede Menge Kunsthandwerk und ein Restaurant. Alles zu astronomischen Preisen (für vietnamesische Verhältnisse) versteht sich. Kein Tourunternehmen lässt sich die Chance entgehen, noch mal 50 Cent aus den Touristen zu quetschen.

In Halong City angekommen erhebt sich einer der Transporteure zum Tourguide und schleift uns zum Ticketschalter der Nationalparkverwaltung. Offensichtlich sind wir nicht die einzigen, die heute aus Hanoi hierher gefahren sind. Es sieht aus wie auf dem Hauptbahnhof an Heiligabend: mehrere hundert Menschen stehen planlos herum und warten, dass es weitergeht.

Unsere Kajüte an Bord

Auch wir warten brav bis unser „Tourguide“ mit den Eintrittskarten kommt und lassen uns anschließend in das Hafengebiet führen, wo uns ein kleines Boot zu unserer „original“ Dschunke bringt. Wir werden vorbei an hunderten anderer Schiffe gefahren, bis wir schließlich zu unserem schwimmenden Heim für die nächsten zwei Tage gelangen. Es sieht sehr nett aus; recht groß und gepflegt. Und auch unsere Kabine macht einen guten Eindruck.

Wir stechen in See! Leider beschränkt sich die Originalität des Bootes nur auf die Silhouette, denn statt dem Setzen der bekannten Segel werden die Dieselmotoren angeworfen und wir tuckern gemeinsam mit einer riesigen Flotte in Richtung der weltbekannten Karstfelsen, welche die Halong Bucht zum landschaftlichen Highlight machen.

Der Legende nach soll die Bucht in ihrer Form durch einen Drachen entstanden sein, der bei seinem Weg zur Küste mit seinem Schwanz tiefe Gräben in das Land zog. Als er dann ins Wasser sprang und untertauchte, wurde das Land überflutet und die Täler füllten sich mit Wasser. Daher auch der Name der Halong Bucht: „Bucht des untertauchenden Drachens“.

Unser erster Stopp ist in der Nähe der Sung Sot Höhle. Leider nicht nur unser erster Halt, sondern auch der der halben Flotte. Es ist das erste Mal in unserem Leben, dass wir in einer Höhle einen Verkehrsstau erleben. Aus Fußgängern! Es sind so viele Touristen gleichzeitig in dieser großen und wohl auch sehr schönen Höhle, dass wir nur noch schnell wieder heraus wollen. So haben wir uns das Erleben der landschaftlichen Schönheit nicht vorgestellt…

Auf dem Weg zurück zum Boot dürfen wir noch eine halbe Stunde per Kanu um die Felsen paddeln. Leider viel zu wenig um die Umgebung wirklich zu erkunden und durch viele andere Boote ebenfalls in seiner Wirkung beeinträchtigt.

Während der Weiterfahrt zur nächsten Bucht, unserem Ankerplatz für die Nacht, gibt es Dinner in der Messe des Bootes: Die Auswahl ist gut, die geschmackliche Qualität – im Vergleich zu unseren bisherigen Erfahrungen mit der fantastischen vietnamesischen Küche – hingegen eher fragwürdig. Warum wird auf den Touren ausnahmslos mindere Qualität angeboten?
Bei einer vier Dollar Tagestour können wir den Sparzwang verstehen, wenn die zweitägige Bootstour aber pro Kopf 55 Dollar kostet und dabei keine 20 Cent für besseres Essen übrig sind, liegt das wohl eher an der Profitmaximierung auf Kosten des Gastes .

In der Halong-Bucht

Nach einem geselligen Abend in netter Runde und einer guten Nacht an Bord geht es am nächsten Morgen schon auf den Rückweg. Wieder mit vielen anderen Schiffen, diesmal jedoch durch malerisch enge Passagen zwischen den Karstfelsen und somit aufgrund des Platzmangels etwas einsamer und wirkungsvoller. Die Landschaft ist einfach wunderschön!

Gerne würden wir positiver über diese Erlebnisse berichten, die beeindruckende Landschaft hätte es allemal verdient. Jedoch macht uns auch hier das leidige Thema Pauschaltour einen Strich durch die Rechnung. Die schiere Masse an Touristen und der damit einhergehende Mangel an Qualität ist enttäuschend, so dass man sich besser nach Alternativen umsieht. Dies ist in Halong Bay jedoch nicht möglich, dafür sind zu viele Touren unterwegs. Vielleicht würde ein Besuch außerhalb der Hauptsaison (ab Herbst) Erleichterung verschaffen, aber ob dann das Wetter mitspielt? Oder man besichtigt andernorts ähnliche Karstformationen – zum Beispiel in China oder Laos. Wir werden jedenfalls beim nächsten Mal woanders unser Glück versuchen.


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