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Eine Katastrophenreise
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Landunter in Vietnam

Aus Hué fahren wir ganz einfach und bequem wie immer mit einem Nachtbus Richtung Norden. In 14 Stunden sind wir dann eigentlich zum Frühstück in Hanoi. Eigentlich, denn es ist der Beginn einer Katastrophenreise …

Der Sleeper-Bus ist okay. Olli liegt zwar ein wenig gekrümmt, aber es geht schon für eine Nacht. Der starke Regen weckt uns hin und wieder oder die scheppernde Bustoiletten-Tür direkt vor unseren Füßen. Zu guter letzt werden mitten in der Nacht die nassen Gepäckstücke in den Gang verladen, so dass fortan nur noch artistische Fortbewegung zur Toilette möglich ist.

Am nächsten Morgen gegen 6 Uhr wachen wir dann endgültig auf. Etwas überrascht, denn der Bus steht. Reifenpanne? Motorschaden? Es regnet immer noch in Strömen. Stehen wir deshalb? Nach und nach erfahren wir, dass wir tatsächlich nicht weiterkommen. Die Straßen sind überflutet und die Polizei hat diese bis mindestens 12 Uhr gesperrt. Ungefähr die halbe Strecke haben wir erst zurückgelegt und jetzt stehen wir in einem 10-Häuser-Dörfchen.

Der Regen lässt irgendwann nach und wir können uns auf die Suche nach Frühstück machen: Kekse und Wintermelon Tee – die Errungenschaft des Tages.
Es ist 12 Uhr. Wir werden auf 14 Uhr vertröstet. Und dann erneut auf 18 Uhr. In der Zwischenzeit erfahren wir von einem einheimischen Banh Bao -Verkäufer (so eine Art gefüllte Dampfnudeln und unser Mittagessen), der auf seinem mobilen Verkaufsstand vorbeifährt, dass in der Nacht ein anderer Bus von der Fahrbahn abgekommen und in den Fluss gekippt ist. 22 Menschen sind dabei ertrunken. Uns läuft es eiskalt über den Rücken und plötzlich sind wir froh hier im Nirgendwo zu stehen und unsere unkomfortable Situation relativiert sich ganz erheblich.

Auch die neue Abfahrtszeit 18 Uhr verstreicht. Es wird dunkel und wir wissen, dass wir eine weitere Nacht im Bus verbringen werden. Fast alle nehmen die Gegebenheiten klaglos hin. Manche verpassen ihren Flug, sind aber recht entspannt, andere planen um und streichen ihren Aufenthalt in Hanoi zusammen, wir setzen uns in die einzige Garküche, essen Suppe und schaffen es mit deutscher Planungsstärke sogar ein gekühltes Bier dazu zu bekommen.

Leider fühlt sich die Schlafbank heute noch ungemütlicher an und die Toilette stinkt inzwischen genauso wie Du es Dir vorstellst. Genau: 40 Leute, anderthalb Tage…. Irgendwie geht`s.

Überflutete Straßen

Am nächsten Morgen weckt uns das Anlassen des Motors. Es geht weiter! Mit Jubelrufen und Klatschen freuen wir uns alle, als wir durch das immer noch leicht überflutete Straßenstück fahren. Uns geht`s gut. Voller Sorge und Mitleid beobachten wir die Schicksale links und rechts der Straße. Häuser stehen noch immer knietief im Wasser und die ohnehin schon armen Menschen haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung sind gar nicht abzusehen. Später erfahren wir, dass über einhundert Menschen in den Fluten ums Leben gekommen sind und zehntausende alles verloren haben.

Nachmittags erreichen wir endlich Hanoi. Zu guter letzt versucht die Busgesellschaft (Camel Travel) auch noch uns abzuzocken. Nach 50 Stunden Busfahrt werden wir außerhalb der Innenstadt unter einem Vorwand aus dem Bus gelockt. Als dieser abgefahren ist, erhalten wir das „Angebot“, dass uns ein Taxi gezahlt wird, wenn wir ein bestimmtes Hotel nehmen (für das der Schlepper ordentlich Provision kassiert). Alle lehnen „dankend“ unter Flüchen ab und der Schlepper hat Glück, dass die Briten ihm nicht noch physisch eine Lektion erteilen.

Also merke: Never travel Camel travel!

Ein supernettes deutsches Ehepaar nimmt uns im Taxi mit und ein bisschen später sind wir auch endlich bei Hennig, Steffi und Lasse, die uns mit richtig leckerem Abendbrot empfangen und verwöhnen! Danke für die Salami! :-)


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