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Tauchkurs bei den Reef-Riders
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Taucher

Nachdem wir nun die richtige Tauchschule – die Reef-Riders – für uns gefunden haben, kann der Tauchkurs losgehen. Da wir den Einsteigerkurs nach dem amerikanischen PADI System machen, werden Theoriebestandteile erst per Video gelernt und im Nachgang nochmals mit dem Tauchlehrer vertieft und abgeprüft. Erst dann geht es ins Wasser. Zuerst ein sogenannter „confined“ Tauchgang im brusttiefen Flachwasser für die ersten Übungen. Danach geht es bei vier Tauchgängen auf eine Tiefe von 12 bis 18 Metern. Etwas bange ist uns schon bei dem Gedanken, sechs Stockwerke unter Wasser zu sein. Ob wir das durchziehen?!



Zunächst gibt es am Nachmittag die erste Videositzung. Die befürchtete hochtrabende Tauchphysik und -medizin bleibt aus. Stattdessen finden wir uns in einer Tauch-Sondersendung der Sesamstraße wieder. Die Videos scheinen zum großen Teil aus den späten Achtzigern des letzen Jahrhunderts zu sein und die ausgesprochen seichte Darbietung erinnert an Graf Zahl und Tiffy. Wir warten darauf, dass sie jeden Augenblick durchs Bild tauchen. Passiert aber nicht. Stattdessen wird weiter amerikanisch geschult, d.h. lernen durch Wiederholen und Wiederholen und Wiederholen. Aufgelockert wird die skurrile Veranstaltung durch PADI-Eigenwerbung und zusammenhanglose Motivationsversuche: „Fakt ist: Taucher haben mehr Spaß!“ und ein überschwängliches „Du kannst unter Wasser Dinge tun!“ schallen uns entgegen und lassen uns etwas ratlos zurück. Was für Dinge? Darf man das überhaupt, denn schließlich will PADI, dass wir „safe“ und konventionell „diven“. Und da kann Dinge zu tun ja schon fast zu viel sein. Naja, sehen wir mal, wie unser Tauchlehrer das mit uns angeht.

Am nächsten Morgen wiederholen wir das Gelernte mit unserem Tauchlehrer „Fashy“ – das kommt eindeutig von seiner Lieblings-Badelatschenmarke und nicht von seiner haute couture fähigen Kleidung, denn die ist inseltypisch eher individuell ;-) Im Schulungsraum und im Wasser ist Fashy voll und ganz Profi. Er erklärt, fragt nach, ob alles verstanden wurde und erklärt noch mal.

Wir in voller Tauch-Montur

Wir fühlen uns bei ihm sehr gut aufgehoben und haben keine Sorgen mehr, dass es beim Sesamstraßen-Niveau bleibt. Jetzt sind wir schon super Theoretiker, aber wie wird es sich wohl anfühlen, das erste Mal unter Wasser durch den Regulator zu atmen. Das werden wir schon am Nachmittag erfahren, denn dann geht es mit dem Tauchboot und vollständiger Ausrüstung zum „confined“ Tauchgang.

Wir fahren mit dem Tauchboot, der Reef-Riders zwei Buchten weiter nach Ao Leuk und bauen die Tauchausrüstung auf. Die einzelnen Komponenten sind erstaunlich schnell aufgebaut, simpel und robust, so dass wir langsam anfangen zu glauben, dass Tauchen ein so sicherer Sport ist, wie Fashy uns immer wieder versichert. Wir lassen Luft in unsere Tarierjackets und springen von der Bordkante ins Wasser. Schön, dass es 29 Grad Celsius warm ist :-) Wir treiben an der Oberfläche und schwimmen gemütlich auf dem Rücken Richtung Strand. Mit dem Regulator im Mund atmen wir das erste Mal Luft aus der Flasche. Dann knien wir uns unter Wasser hin, knapp eine Handbreit Wasser über dem Kopf und es funktioniert. Schon komisch – atmen unter Wasser.

Wir beginnen mit den Übungen, die uns Fashy bereits an Bord erklärt hat: Wir lassen Wasser in unsere Maske laufen und leeren diese, indem wir Luft aus der Nase in die unten leicht geöffnete Maske strömen lassen. Wir nehmen das Mundstück aus dem Mund, werfen es nach rechts weg und erlangen es durch eine vorgeschriebene Choreographie von Bewegungen ganz leicht und sicher wieder. Zum Schluss geht es ins etwas tiefere Wasser und wir üben die Tarierung unter Wasser, d.h. wie viel Luft wir in unsere Tarierwesten lassen, um weder aufzusteigen, noch zu sinken, sondern einfach zu schweben. Wir bekommen eine Ahnung, wie es sich schwerelos beim „richtigen“ Tauchen anfühlen wird.

 Wir unter Wasser

Viele Übungen haben uns vorher Kopfzerbrechen bereitet, aber nach der Ausführung waren wir erleichtert, dass es dann doch ganz einfach war. Erschöpft aber glücklich haben wir die erste Stunde unter Wasser verbracht.

Am nächsten Morgen wird die Theorie wiederholt, die wir am Vorabend durch die Sesam… äh PADI beigebracht bekommen haben. Viel ist es nicht, denn PADI hat diesmal versucht noch mehr Weiterbildung und Ausrüstung zu verkaufen und uns noch mehr zu motivieren. Immerhin lernen wir, wie wir Tauchgänge und Oberflächenpausen planen, damit wir sicher unterhalb der Sättigungsgrenzen für Stickstoff tauchen.

Am Nachmittag geht es das erste Mal zu einem richtigen Tauchgang. Zwar „nur“ auf zwölf Meter Tiefe, aber immerhin. Es ist wenig Zeit zum Genießen, denn viele Übungen werden wiederholt und neue kommen hinzu. Aber wir bekommen wieder den Eindruck, wie es sein wird, unter Wasser zu schweben und in einer anderen Welt verweilen zu können. Unser zweiter Tauchgang läuft ähnlich ab und wir sind froh, dass es so gut klappt.
Ziemlich erschöpft erfahren wir von Fashy, dass Tauchen so anstrengend ist wie anderthalb Stunden Joggen. Ich überlege kurz, wann ich das letzte Mal anderthalb Stunden gejoggt bin und kann mich nicht erinnern.

Am vierten Tag stehen die beiden letzten Tauchgänge an, diesmal bis 18 Meter – die maximale Tiefe, für die wir offiziell ausgebildet werden. Wieder viele Übungen, aber noch ein wenig mehr Tauchen und noch mehr Schweben, Staunen und Genießen. Leider ist die Sicht unter Wasser heute besonders schlecht und so kommen Oliver und Petra bei einer Navigationsübung mit Kompass vom Weg ab und finden nicht zu uns zurück. Die Regel lautet nun „eine Minute suchen und dann auftauchen“. Wir tun dies und finden uns beim Sicherheitsstopp auf fünf Metern Tiefe wieder.
Zurück an Bord sind wir happy, dass wir es geschafft haben und freuen uns schon auf das zwingend vorgeschriebene Dekompressionsbier nach dem Tauchgang ;-)

Wir schließen den Tauchkurs mit dem Multiple Choice Examen ab, das den Namen nicht verdient, und sind nun PADI Open Water Divers!
Glücklich, dass wir die Entscheidung fürs Tauchen getroffen haben, freuen wir uns auf weitere Tauchgänge, denn die werden folgen, soviel steht fest!

Anemonen-Fisch und Oliver

Das Gefühl des Schwebens unter Wasser ist einmalig, beinahe wie Schwerelosigkeit. Es ist toll, die Fische aus der Nähe zu sehen und unter Wasser auf Entdeckungstour zu gehen und immer neue Fische, Korallen, Anemonen, Schnecken, Krebse und vieles mehr zu erleben.

Nachtrag: Mittlerweile haben wir unser erstes Dutzend Tauchgänge auf Koh Tao vollgemacht und sind auf dem besten Wege stickstoffsüchtig zu werden. Nun sind wir auf dem Weg nach Malaysia und werden schon auf unserem nächsten Stopp, den Perhentian Islands wieder die Möglichkeit zum Tauchen haben. Das hat sich natürlich rein zufällig so ergeben. ;-) Ab jetzt gilt auch unter Wasser: Follow the flow!!


Hier gibt es noch mehr Eindrücke vom Tauchen >>


Follow the flow!


 

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