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Fortbewegung in Thailand
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Pier Chumphon

Der klassische Buchungsvorgang für Fortbewegung aller Art für Ausländer läuft nicht im Reisebüro, am Fahrkartenschalter oder gar online ab. Man erzählt einfach irgendwem, dass man an einen anderen Ort reisen möchte und wie durch ein Wunder verwandelt sich derjenige augenblicklich in einen Bahn-Infopoint, Reisebüro und Ticketcenter gleichzeitig. Man erfährt alle Verbindungsmöglichkeiten, Abfahrtszeiten, Anschlussverbindungen (auch zwischen den Verkehrsmitteln) und Preise, die man für die geplante Reise benötigt. Möglich macht dies das flexible Provisionssystem, das auch das staatliche Transportwesen in Thailand für alle bereithält.



In unserem Fall haben wir in der Nähe unseres holländischen Guesthousebetreibers den Wunsch geäußert, dass wir nach Koh Tao wollen und sofort werden wir zu seiner Frau geschleppt, da sie alles in Thailand kennt und uns auch ganz bestimmt bei der Buchung helfen kann. Uns ist schon klar, worauf der gute Mann hinaus will. Da die Unterkunft in Ordnung ist und wir die Preise für die Fahrt annähernd kennen, lassen wir uns auf das Spiel ein und geben ihm die Möglichkeit, dass er sich etwas dazu verdienen kann. Seine Frau verkauft uns vollkommen unkompliziert die Tickets für die kombinierte Bus- und Fährfahrt, gibt uns eine Quittung und erklärt uns, dass es am nächsten Morgen um halb acht Frühstück geben wird, damit wir um acht Uhr gemeinsam zur Bushaltestelle gehen können.

Bis acht Uhr läuft tatsächlich alles wie erwartet, dann beginnt der Abmarsch. Unser Gepäck wird nicht - wie erhofft - mit dem Auto zum Abfahrtsort gebracht, sondern von uns durch die morgendliche Hitze geschleppt. Die Dame des Hauses fährt wie ein kleiner Kommandant auf Ihrem Mofa neben uns her und feuert uns von Zeit zu Zeit freundlich an, dass wir doch den Bus rechtzeitig erreichen müssen. Endlich, angekommen! Sie nimmt unsere offensichtlich nur bei ihr gültigen Quittungen wieder an sich, geht zu der Verantwortlichen vor Ort, bezahlt unsere (offiziellen) Tickets, überreicht uns diese und verschwindet.

Der erste Bus kommt nach kurzer Zeit, die Meute stürzt sich auf die wenigen freien Plätze und als wir an der Reihe sind, heißt es: „Sorry, bus full!“. Wir schauen verwirrt drein, so dass die Dame ein „You wait for next bus“ hinterher schiebt. Aha! Und wann kommt der? „Soon, soon“. Na gut, wir haben ja Zeit und trotten wieder zurück. Wir haben uns gerade wieder auf unsere Rucksäcke gesetzt, als es heißt, dass doch noch zwei Plätze frei sind. Und wir sind die Auserwählten. Okay, die Rucksäcke schnell noch in den Gepäckraum geworfen, das Busticket wird gegen einen kleinen lila Aufkleber getauscht, den wir an unseren T-Shirts anbringen sollen und wir werden in den oberen Stock des Busses ganz nach vorn verfrachtet.

Hund im Kühlschrank

Wir haben die statistisch gefährlichsten Plätze im ganzen Bus bekommen, aber der Busfahrer fährt für thailändische Verhältnisse sehr anständig, so dass wir ohne weitere Vorkommnisse voran kommen. Wir machen die klassische Pipi- und Esspause an einem provisorischen Restaurant mit angeschlossenem Supermarkt mitten in der Pampa. Dem Busfahrer steht ein dickes „Provision“ auf der Stirn geschrieben und wir kaufen uns ein paar völlig überteuerte Getränke. Das einzige Highlight neben den Preisen ist nicht der Hot Dog auf der Speisekarte, sondern der kleine Hund neben unserer Cola – im Kühlschrank! Bei 34 Grad Celsius ist das aber auch wirklich der angenehmste Platz. Aber keine Sorge, die Länder, in denen aus dem cool Dog eine Mahlzeit entsteht, kommen noch! ;-)

Wieder einmal müssen wir unsere Tickets tauschen, diesmal gegen einen pinken Aufkleber mit der Aufschrift „Koh Tao“. Dieser ersetzt nun den lila Bus-Aufkleber und ermöglicht uns den Zugang zu dem Schnell-Katamaran. Nach vier Stunden Fahrt und damit kurz vor dem Pier beginnt es kräftig zu regnen und zu stürmen. Super! Wir erinnern uns an unsere letzte Überfahrt nach Koh Tao und verkneifen uns jegliche Nahrungsaufnahme. Am Pier angekommen schüttet es unaufhörlich, die Palmen biegen sich im Wind und die sturmgepeitschten Schaumkämme auf den Wellen verheißen nichts Gutes.

Das letzte Mal begann unsere Überfahrt harmlos und endete mit genau dem hier herrschenden Wetter auf Koh Tao. Wir hatten uns damals eine Tablette gegen Seekrankheit eingeworfen, weil wir nicht genau wussten, wie wir auf eine längere Fährfahrt reagieren würden. Zu Beginn der Fahrt waren die Wellen noch recht klein, wurden aber schnell größer, bis sie wirklich verdammt hoch waren. Das Boot krachte mit heftigen Schlägen zurück auf die Wasseroberfläche, wenn es durch eine besonders große Welle wieder einmal weit aus dem Wasser gehoben wurde. Die anfänglich freudigen Ah und Oh Rufe der belustigten japanischen Touristen an Bord und dem Gefühl in einem Jahrmarktkarussell zu sitzen, wichen schnell dem Gefühl „Scheiße, ich sitze auf einem Boot“! Und genau dieses Boot hört nicht nach der obligatorischen „und-noch-eine-Runde-rückwärts“ auf zu schaukeln, sondern fährt mehrere Stunden weiter. Puh! Ich will durchhalten!

Damals haben wir es geschafft, aber wie wird es dieses Mal, wenn die See schon am Ufer so heftig in Bewegung ist? Wir erinnern uns noch mal an die letzten Stunden auf dem Boot: Die Crew beginnt hektisch damit, kleine Plastiktüten und abgerolltes Toilettenpapier zu verteilen, das die vorhin noch juchzenden Japaner mit verzweifeltem Blick dankend entgegen nehmen. Auch wir bekommen unsere Tütchen und sind noch nicht sicher, ob es seinen Zweck erfüllen muss. Um uns herum beginnen vereinzelte „Wrrgs“ und „Huuuaargs“! An die Bewegung des Bootes hatten wir uns allmählich gewöhnt, aber mit den Geräuschen und dem hinzukommenden Gestank hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Wir waren so dankbar, dass wir den Pier auf Koh Tao erreichen - ohne gefüllte Tütchen!

So schnell der Sturm heute aufgezogen ist, so schnell lässt er auch nach. Wir betreten das Boot nahezu ohne einen Tropfen abzubekommen und das Meer hat sich fast vollständig beruhigt. Im Vergleich zum letzten Mal erfolgt eine sehr entspannte Überfahrt und Koh Tao empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein!

Ankunft auf Koh Tao

Wir werden sofort nach Verlassen des Bootes von einer Horde Schlepper umringt, die uns zu horrenden Preisen Taxifahrten und Unterkünfte andrehen wollen. Wir strafen sie durch Nichtbeachtung und -bezahlung und suchen uns ein ruhiges Eckchen, um uns zu sortieren. Hierher kommen nur noch wenige Schlepper und eine nicht allzu aufdringliche Thaidame darf die Provision für uns einstreichen, denn wir haben tatsächlich keine Unterkunft vorab gebucht. Wozu auch, wenn es doch so einfach geht, wir uns vor Ort etwas Schönes suchen können und das Geschäftsmodell für mehr als einen reicht.




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