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Flow-Followers Logbuch, Teil 2
Weltreise-Berichte aus Asien - Weltreise-Berichte aus Thailand

Logbuch

Reisetage 11 und 12: Hua Hin
Wir lassen Bangkok im kürzesten Zug, den wir je benutzt haben, hinter uns. Die zwei Wagen (inklusive Lokomotive!) beginnen sich beinahe pünktlich im Schleichtempo nach Süden zu bewegen. Wir fragen uns gerade, warum die Geschwindigkeit trotz der geraden Strecke nicht erhöht wird, als in wenigen Zentimetern Abstand Wellblechhütten an uns vorüberhuschen. In Bangkok wird jeder Zentimeter Platz ausgenutzt, so dass sich die Ärmsten ein Dach über dem Kopf direkt an die Bahnschienen gebaut haben.


Die weitere Fahrt verläuft beinahe ereignislos. Das Highlight sind eindeutig die Stehtoiletten mit Haltegriff auf Kniehöhe. Da die Qualität des Schienennetzes dem der Straßen in nichts nachsteht, würde der Ernstfall hier zu einer artistischen Angelegenheit werden. Wir bleiben zum Glück verschont und erreichen nach vier Stunden Hua Hin mit etwa vierzig Minuten Verspätung. Ein sehr guter Wert, wie wir aus den Erfahrungen der letzten Thailandreise und den Erzählungen anderer Reisender wissen.

Wir werden direkt am Bahnhof von einem Holländer zu seinem Guesthouse abgeschleppt. Leider nur im übertragenen Sinne und nicht wirklich, denn so müssen wir bei 35 Grad Celsius unser gesamtes Reisegepäck einen guten Kilometer zur Unterkunft schleppen.

Strand Hua Hin

Da kommt der Pool mit frostigen 24 Grad gerade recht. Erfrischt machen wir uns auf einen Erkundungsrundgang durch die bemerkenswert unbemerkenswerte Stadt und entschließen uns spontan, eine kleine Strandwanderung zu einem Tempel am Ende der Bucht zu unternehmen.

Wat Khao Tapiak

Die Bucht entpuppt sich als länger als erwartet. Dennoch genießen wir die vierstündige Wanderung zum Wat Khao Tapiak, zumal die untergehende Sonne den Tempel und den zugehörigen, riesigen, stehenden Buddha in goldenes Licht taucht. Es ist schön am Meer zu sein und die frische Brise atmen zu können. Erst jetzt realisieren wir, wie hektisch, laut und dreckig Bangkok wirklich war und sind froh, wieder einmal in der Natur zu sein. Hier bedarf es eines viel geduldigeren Blickes, um die kleinen Besonderheiten der Küste zu entdecken. Wir sind fasziniert von Tausenden kleiner Krebse, die den Sand auf der Suche nach Nahrung durchpflügen und Millionen kleiner Sandkügelchen hinter sich lassen. Wir lassen uns oft ablenken und vergessen darüber die Zeit und die einbrechende Dunkelheit.

Die letzten Kilometer zum Ende der Bucht legen wir daher in zügigem Tempo zurück, um den Tempel zumindest noch in der Dämmerung sehen zu können. Pünktlich zum Toresschluss erreichen wir den Hügel und können nur noch den Sonnenuntergang von dem kleinen Kap aus betrachten. Dieses haben wir allerdings ganz für uns, da der Tempel bereits geschlossen ist.

Good Luck Buddha

Beim Abstieg spricht uns ein Mönch auf Tinas Armband an und gibt uns je ein „Good-Luck-Buddha“ Armbändchen. Er streift sie uns über, schlägt dreimal leicht darauf und brabbelt noch einmal etwas von „gooood luck Buddha“. Dann verweist er auf den großen stehenden Buddha, der mit erhobenen Händen und nach außen weisenden Handflächen Schutz gewährt. Sein letztes Kopfnicken geht noch kurz Richtung Spendenbox (aha! ;-) ) und dann verschwindet er.

Erschöpft von dem anstrengenden 15 Kilometer-Marsch lassen wir uns von einem Songthaew nach kurzer, aber heftiger Preisverhandlung (10 Baht pro Person statt 200 Baht) zurück nach Hua Hin fahren. Zur Belohnung für die Anstrengung und verführt durch die fantastisch aussehenden Auslagen der Restaurants weichen wir von unserer bisherigen, sparsamen Ernährung ab und lassen es einmal so richtig krachen! Es gibt Riesengarnelen und Rocklobster! Gegrillt und mit viel Knoblauch lassen wir uns die superfrischen Meeresfrüchte schmecken. Wir genießen die kühlere, saubere Abendluft auf dem Weg zurück in unsere Unterkunft und schlafen erschöpft ein.

Fischer

Den zweiten Tag in Hua Hin verbringen wir mit Fotos sortieren und einem kurzen Spaziergang zum Pier. Wir sehen den Fischern beim Beladen der Boote zu und schlendern am Strand zurück in unser Guesthouse. Dieses ist das genaue Gegenteil der spartanisch eingerichteten thailändischen Unterkünfte, in denen wir bisher gewohnt haben. Der weitgereiste Besitzer hat Erinnerungen aus aller Herren Länder in das Haus gestopft und so läutet Big Ben zur vollen Stunde, mehrere Lagen handgeknüpfte Teppiche bevölkern die Flure und wir nächtigen mit einem Indianerhäuptling. Dieser hängt zum Glück an der Wand und stört nicht weiter.

Wir bereiten uns auf die Weiterfahrt am nächsten Morgen vor, packen unsere Sachen zusammen und besorgen uns Tickets für den Bus nach Chumphon und die anschließende Fähre nach Koh Tao, unserem nächsten großen Stopp (Logbuch - Teil 3).

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