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Flow-Followers Logbuch, Teil 8
Weltreise-Berichte aus Asien - Weltreise-Berichte aus Singapur

Logbuch

Reisetage 69 bis 79: Singapur
Wir beenden unsere kurze Ruhepause in Melaka und stürzen uns in die nächste Großstadt: Singapur. Nach vierstündiger Busfahrt erreichen wir die Grenze von Malaysia und erkennen sofort den Unterschied zwischen den beiden Ländern. Während die malaysische Grenze noch ein einfaches, größeres Haus war, gleicht die Grenze nach Singapur einer gigantischen Festung aus einer düsteren, totalitären Zukunft. Etwas verschreckt überstehen wir diesen Vorboten der fantastischen Skyline Singapurs jedoch unbeschadet…

Von unserem Guesthouse gelangen wir mit der ultrasauberen und hocheffizienten U-Bahn (MRT – Mass Rapid Transportation) mitten in die Innenstadt. Dort angekommen staunen wir über die Formel 1 Grandprix Strecke und die hochstrebende Architektur Singapurs. Trotz aller Emsigkeit und Bauprojekte in der Stadt genießen wir die Sauberkeit und den disziplinierten Verkehr. Kein Wunder bei der straffen Gesetzgebung! Schon nach wenigen Augenblicken trauen auch wir uns nicht mehr, wie in Asien üblich, einfach über die Straße zu gehen. Stattdessen gehen wir brav 50 Meter vor zur nächsten Ampel, warten auf Grün, überqueren die Straße vorschriftsmäßig und gehen wieder 50 Meter zurück zu unserem Ziel auf der gegenüberliegenden Seite. Das ist zwar aufwändig, hat aber den Vorteil, dass man hohe Strafen umgeht und nicht ständig in Todesangst vor dem Verkehr flüchten muss.

Aber Singapur besteht nicht nur aus den Verboten, für das es berüchtigt ist. Zu Unrecht stehen die baulichen Errungenschaften im Schatten. Wir werden durch das stadtplanerische Geschick der Regierung Singapurs überrascht und stolpern geradezu über die zentral gelegene Marina Bay mit den umstrittenen „Durians“ (Theaters at the bay) und dem gigantischen Hotel Marina Bay Sands.

iluma - Leuchtgebäude

Zu übersehen ist Letzteres ohnehin nicht, denn wenn drei jeweils 200 Meter hohe Hoteltürme ein eiffelturmgroßes Skydeck inklusive Park und Swimmingpool olympischer Größe tragen, fällt das schon auf. Auch die Wolkenkratzer des Central Business Districts haben ihren Reiz, besonders im Kontrast mit den großen, eleganten Hotels im Kolonialstil. Außerhalb dieses Vorzeigebereichs begeistern viele weitere, einzigartige Gebäude, wie zum Beispiel das „iluma“. Dieses zehnstöckige Designobjekt wurde mit einer leuchtenden Fassade aus zehntausenden, individuell steuerbaren Lichtern versehen. Abends beginnt das Gebäude langsam zu pulsieren, bis der gesamte Straßenabschnitt durch sich bewegende Muster hell erleuchtet wird. Ein tolles Schauspiel!

Zu verdanken ist die Marina Bay Singapurs stetigen Bemühungen zur Landgewinnung. So werden jedes Jahr Millionen Tonnen Sand aus Malaysia und Indonesien herangeschafft, um dem umgebenden Meer mehr und mehr Fläche für den wachsenden Staat abzuringen. Wenn man mitten in der Stadt auf dem Hügel des Fort Canning steht, ist es unvorstellbar, dass hier einmal Küste war. Kein Wunder, denn der heutige Küstenverlauf liegt drei Kilometer südlich und man kann noch nicht einmal mehr das Meer sehen.

Gefüllte Teigbecher Gefüllte Teigbecher

Nicht nur architektonisch überrascht Singapur positiv. Auch kulinarisch bietet sich uns ein kultureller Schmelztiegel aus westlicher, malaysischer und chinesischer Küche. In einem der vielen streng kontrollierten Essensstände wird sogar ein hervorragendes, perfekt zubereitetes Steak serviert. Auch hierfür ist nicht zuletzt wieder einmal Singapurs Hang zur Überregulierung verantwortlich: Jeder Stand wird nicht nur sehr regelmäßig und penibel kontrolliert, sondern das Ergebnis der Untersuchung muss auch ausgehängt werden! So kann jeder Kunde sofort sehen, ob die hygienischen Bedingungen einem hervorragenden „A“ oder nur einem mittelmäßigen „C“ entsprechen. Wir konnten uns so prima orientieren und der geschmacklichen Qualität hat es sicherlich geholfen, denn diese war durchgehend super.

Nachdem wir in Kuala Lumpur bereits vergeblich ein Visum für Vietnam beantragen wollten, werden wir auch in Singapur nicht wirklich glücklich. Statt der – auf der Website der Botschaft – versprochenen 30 US $ kostet das Visum beinahe das Doppelte. Genervt von der offensichtlich systematischen Abzocke an vietnamesischen Botschaften haben wir letztlich doch keine andere Wahl und zahlen den verlangten Preis. Den unverschämten Aufschlag für zügige Bearbeitung lehnen wir dankend ab und genießen noch ein paar weitere Tage in Singapur, bevor wir nach Hoh Chi Minh City, das ehemalige Saigon, in Vietnam abfliegen können.


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