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Flow-Followers Logbuch, Teil 7
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Logbuch

Reisetage 59 bis 69: Kuala Lumpur und Melaka
Wir haben Georgetown hinter uns gelassen und befinden uns auf dem Weg nach Kuala Lumpur, der ersten Stadt mit Weltruf nach Bangkok. Wir sind gespannt, ob wir noch großstadttauglich sind und freuen uns auf „KL“, wie es von Einheimischen und Möchtegern-Kosmopoliten gerne genannt wird…

Wieder einmal beginnen wir die Reise am frühen Morgen mit dem Transfer zum Bus. Naja, zumindest würden wir es gerne. Wir stehen überpünktlich um 6:15 Uhr vor dem Hotel und stehen uns bis kurz vor sieben Uhr (Abfahrtszeit des Busses) die Beine in den Bauch, ohne wie verabredet abgeholt zu werden. Wir sind reichlich nervös und versuchen dem schlaftrunkenen Inder, der uns die Tickets verkauft hat, am Telefon zu erklären, dass wir immer noch vor dem Hotel stehen. Hoffentlich bedeutet sein Kauderwelsch, das er vor dem Auflegen von sich gibt, dass wir gleich abgeholt werden. Endlose Minuten später ist es dann tatsächlich soweit und wir werden in einem vollgepackten Privat-PKW zur Busstation gefahren. Gerade noch rechtzeitig springen wir auf den Bus auf und gelangen problem- und ereignislos in acht Stunden (vorbei an endlosen Palmölplantagen) nach Kuala Lumpur.

Wir landen mitten in der dreckigsten und lautesten Ecke Kuala Lumpurs. Busfahrer scheinen riesigen Spaß daran zu haben, direkt neben uns ihre überdimensionierten Hupen zu benutzen.

Guesthouse Idylle

Menschenmassen drücken sich rücksichtslos an uns vorbei und zwingen uns auszuweichen, obwohl wir schwer beladen und offensichtlich nur eingeschränkt manövrierfähig sind. Schon nach wenigen Minuten sind wir vollkommen entnervt und versuchen nur noch, eine Unterkunft zu bekommen. Verwöhnt durch die günstigen Übernachtungskosten in Georgetown verbringen wir viel Zeit mit der Suche nach einer Bleibe und landen schließlich für teure 35 malaiische Ringgit (ca. 8,75 €) in einem heruntergekommenen Hostel. Wir beziehen unter den neugierigen Blicken einer Horde von verratzten Aussteigertypen unser fensterloses Zimmer unter dem Dach. Eine Matratze auf dem Boden und eine Gemeinschaftstoilette und gleichzeitig -dusche runden unser „Glück“ ab.

Die Petronas Towers

Zügig flüchten wir aus der bedrückenden Umgebung. Unser Ziel sind natürlich die Petronas Towers, Wahrzeichen Kuala Lumpurs und weltbekannte, muslimisch geprägte Vorzeigearchitektur. Dort angekommen müssen wir erstmal die Köpfe gaaaanz weit in den Nacken legen, um die Türme überhaupt vollständig erfassen zu können. Einfach überwältigend. Die glänzende Stahlhaut der Zwillingstürme reflektiert das Sonnenlicht und lässt die Wolkenkratzer wie zwei riesige Raketen inmitten der betongrauen Stadt erscheinen. Angesichts der schieren Größe schrumpfen wir zu Zwergen. Wir sind fasziniert von der Einzigartigkeit der Petronas Towers und kehren in den folgenden Tagen immer wieder hier her zurück.

Kampung Bharu

Wir reißen uns nur mühselig von den Türmen los und erkunden den Rest der Stadt zu Fuß. Wenige hundert Meter von den Türmen entfernt kommen wir in ein beinahe ursprüngliches, malaiisches Dörfchen inmitten der Metropole: Kampung Bharu.

Kampung Bharu

Eben sind wir noch durch Hochhausschluchten gelaufen und nun stehen wir zwischen zweistöckigen Häusern mit grünen Gärten. Kinder spielen auf der Straße und Hühner suchen ihr Futter auf dem Grünstreifen. Die Bewohner stehen vor ihren Häusern und halten ein Schwätzchen. Kleinstadtidylle. Wir heben den Blick und sehen über allem thronen: die Petronas Towers, majestätisch und kaum kleiner als zuvor.

Tief beeindruckt kehren wir in unsere triste Bleibe zurück, gehen ins Bett und versuchen die Eindrücke des Tages zu verarbeiten.

Gitarren

Doch an Schlaf ist nicht zu denken, denn die Hitze des Tages hat unser Zimmer auf 36 Grad erwärmt und die Meute Hängengebliebener hat sich unser Stockwerk ausgesucht, um „Musik“ zu machen und alles zu rauchen, was nicht niet- und nagelfest ist. Um drei Uhr morgens vertreibt ein tropischer Wolkenbruch die Hitze und die letzten „Musiker“. Wir sind froh, nicht mehr zu schwitzen und lassen uns von den Regentropfen auf das Blechdach über unseren Köpfen in den Schlaf trommeln.

Leider können wir den verlorenen Schlaf nicht nachholen, denn um fünf Uhr morgens beginnt der Hahn zu krähen. Ein Hahn, mitten in der Großstadt?! Ja, ein putzmunterer Hahn mit frisch geölten Stimmbändern und jeder Menge Ausdauer. Wir holen uns noch einige Mützen Schlaf zwischen den einzelnen Krähern, geben aber irgendwann auf und stürzen uns in die schon lange vor sich hin lärmende Stadt.

Abends bekommen wir dann die nächste Vorstellung: unsere lieben Mitbewohner haben offensichtlich ihren Tag-Nacht-Rhythmus weit nach hinten geschoben und unterhalten uns wieder bis in die frühen Morgenstunden. Diesmal schaffen wir es, den Hahn zu ignorieren, kommen dadurch aber erst gegen Mittag aus den Federn. Das ganze Haus schläft noch, wir schleichen uns raus, um wenigstens einen halben Tag lang Kuala Lumpur zu erleben. Die folgenden Tage ändert sich der Rhythmus leider nicht. Glücklicherweise stolpern wir noch über das Moon Festival und den indischen Sri Maha Mariamman Tempel (aktualisiert!) und bekommen so einen weiteren Einblick in die multikulturelle, nationale Seele Malaysias. Zudem versuchen wir vergeblich – aufgrund der überhöhten Preise und langsamen Abfertigung – ein Visum für Vietnam zu erhalten. So schaffen wir es, uns eine volle Woche in Kuala Lumpur aufzuhalten, obwohl neben Kampung Bharu und den Petronas Towers nur wenige echte Highlights geboten werden. Daher wird es Zeit, dass wir uns nach Melaka aufmachen.

Melaka ist die weltkulturerbliche Schwester Georgetowns, da beide zusammen eine von der Unesco ernannte World Heritage Site bilden. Wir erwarten also nicht zuviel und werden zum Glück positiv überrascht. Melaka entpuppt sich als sympathisches Küstenstädtchen mit weit weniger „hoch“ entwickelten Bauprojekten und einem wesentlich ruhigeren und ursprünglicheren Ortskern. Wir genießen die Ruhe nach Kuala Lumpur in kolonialer Atmosphäre am Melaka River bei ausgezeichneter Nonya-Küche. Frisch erholt stürzen wir uns in die nächste Großstadt Singapur …

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