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Vientiane und der Süden von Laos (Flow-Followers Logbuch Teil 16)
Weltreise-Berichte aus Laos

Kong Lo Höhle

Das That Luang Festival gewährt uns einen tiefen Einblick in die laotische Kultur und bereichert unseren Aufenthalt in Vientiane. Dennoch wird die Zeit knapp, da unser Visum abläuft und wir müssen uns auf den Weg Richtung Kambodscha machen. Das erste Ziel ist Na Hin, Ausgangspunkt für eine riesige Höhle in der Nähe, durch die ein befahrbarer Fluss fließt. Weiter südlich erleben wir wieder einmal das ländliche Laos rund um das Weltkulturerbe Champasak und unsere Tage in Laos neigen sich auf den entspannten „Fourthousand Islands“ im Mekong dem Ende zu…

Vientiane ist die Hauptstadt von Laos, ist dementsprechend weiter entwickelt als der Rest des Landes und bietet auch einige hübsche Tempel. Aber das wahre Highlight unseres Aufenthalts ist das That Luang Festival. Aus der ganzen Welt kommen Laoten nach Hause, um das höchste Fest des Landes mit der Familie zu begehen. Am Abend, wenn der goldene Tempel in Festbeleuchtung erstrahlt, versammeln sich Hunderttausende, um ihre Opfergaben darzubringen. Die Menschenmassen drängen voller Vorfreude Richtung Tempel und sind nur mit Mühe zu bändigen.

Als wir es endlich in den That Luang Tempel schaffen und sich das mächtige Eingangstor hinter uns schließt, ändert sich die Atmosphäre plötzlich. Eben ist die Menge noch aufgeregt und Familien plappern fröhlich durcheinander. Nun fallen alle in kollektiven, würdevollen Gleichschritt, entzünden die mitgebrachten Kerzen und die Stimmen reduzieren sich auf ein Raunen, um die anderen Gläubigen nicht bei der Umrundung des Heiligtums zu stören. Hin und wieder schert jemand aus dem Strom aus, kniet am Fuß des Tempels und legt im leisen Gebet seine Opfergaben nieder. Die Außenhaut des Tempels schimmert golden im Schein der Kerzen und wirft das warme Licht auf die Gesichter der Betenden zurück.

Lächelnder Mönch

Wir genießen die besondere Stimmung und ziehen uns in ein dunkles Eck zurück, um die Vorgänge zu beobachten, ohne jemanden zu stören. Hin und wieder werden wir um ein gemeinsames Erinnerungsfoto gebeten oder ein Mönch zieht lächelnd vorbei.

Dem Strom im Uhrzeigersinn um den Tempel folgend, gelangen wir durch das Ausgangstor wieder auf den Platz vor dem Tempel. Sofort umschließt uns die aufgeregte Stimmung der Wartenden wieder. Wir folgen den heiteren Menschen, die den Tempel verlassen und sich nun mit ihren Familien in das laute und bunte Volksfest auf den angrenzenden Plätzen stürzen. Wir entrinnen der kreischenden Musik und gönnen uns zur Feier des Tages eine Spezialität: angebrütetes Hühnerei. Gar nicht so übel, wenn man das zwei Zentimeter große Küken im Eigelb ignoriert...

Wir verlassen Vientiane am nächsten Morgen Richtung Na Hin, einem kleinen Nest irgendwo in der Mitte von Laos. Unser nächstes Ziel ist die riesige, 7,5 Kilometer lange Kong Lo Höhle, die wir spät nachmittags erreichen. Wir mieten eines der letzten Boote des Tages und werden mit Vollgas über den unterirdischen Fluss zu den beeindruckenden Felsformationen gefahren. Danach geht es in rasanter Fahrt durch enge und niedrige Tunnel bis auf die andere Seite des Berges. Die vollkommene Dunkelheit wird nur durch die Lichtkegel der Taschenlampen durchbrochen und wir sehen schemenhaft die Felsen an uns vorbeirauschen. Dann erahnen wir in der Ferne einen Lichtschimmer und nähern uns dem Ausgang der Höhle.

Nach der noch flotteren Rückfahrt – der Feierabend scheint zu locken – erwartet uns eine böse Überraschung: Der Fahrer des Buses bremst 500 Meter nach der Abfahrt abrupt, springt aus seinem Führerhaus und verlangt den dreifachen (ohnehin überhöhten) Fahrpreis für die vierzig Kilometer lange Strecke zurück nach Na Hin. Leider ist das der letzte Bus und wir haben eigentlich keine Alternative, um dieser Erpressung zu entgehen. Nach 15 Minuten eisigen Schweigens im Anschluss an die gescheiterten Verhandlungen und schnell zunehmender Dunkelheit stehen wir immer noch am Wegesrand, als der letzte Wagen von der Höhle an uns vorbeifährt. Wir nutzen die Gelegenheit, halten den Wagen an und überzeugen – trotz der hitzigen laotischen Zwischenrufe des Busfahrers – die Insassen, uns zu retten. Dankbar und glücklich fahren wir mit der netten laotischen Familie zurück nach Na Hin und freuen uns diebisch über das Schnippchen, das wir dem Busfahrer schlagen konnten.

Stockente und Dosenbier

Der nächste Tag führt uns Richtung Champasak, einer Tempelanlage aus der Zeit vor Angkor Wat. Mit mehreren öffentlichen Bussen schlagen wir uns 13 Stunden lang durch das Land. Sitzen auf kleinen Kindergartenstühlen aus Plastik im Gang des Busses, haben einen Karton mit ängstlich piepsenden Küken neben uns und verwöhnen uns mit Dosenbier und Ente am Stock. Ohne ein einziges Highlight aus dem Reiseführer erleben wir wieder einmal einen spannenden Tag in Laos.

Champasak


Am nächsten Morgen sausen wir mit unserem gemieteten Moped früh morgens Richtung Tempel und haben die Anlage beinahe für uns alleine. Die Ruinen sind leider sehr stark verfallen, aber am Haupttempel oben auf den Felsen werden wir durch einen tollen Blick über die Ebene entschädigt. Wir stellen uns die Prozessionen zu diesem Ort in alter Zeit vor und bewundern die fein geschnitzten Steinskulpturen am Tempel.

Sonnenuntergang auf Don Det

Leider haben wir nur noch vier Tage Zeit, da wir lediglich ein Einmonatsvisum für Laos haben, und eilen daher am gleichen Tag weiter bis dicht an die kambodschanische Grenze zu den „Fourthousand Islands“. Wir haben die einfachen Hütten auf Don Det als den idealen Ort zum Entspannen ausgemacht und genießen die Ruhe der Insel und die traumhaften Sonnenuntergänge von der Terrasse aus. Leider gehen die letzten Tage in Laos viel zu schnell vorüber und wir fahren weiter nach Kambodscha. Na ja, zumindest versuchen wir das, aber der Grenzübertritt wird durch die korrupte Grenzpolizei und unsere Schmiergeldabneigung zu einem eigenen Abenteuer …





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