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Höhlenabenteuer in Vang Vieng (Flow-Followers Logbuch Teil 15)
Weltreise-Berichte aus Laos

Vang Vieng

Unsere schnelle Fahrt durch die Mitte von Laos führt uns von Phonsavan weiter nach Vang Vieng. Der Ort für alle Backpacker in Laos, die auf der Suche nach wilden Partys und der darauffolgenden, komatösen Entspannung sind. Für uns ein kleiner Abstecher in eine Landschaft mit bemerkenswerten Karstfelsen und Höhlen-Abenteuern. Unheimliche Überraschungsgäste inklusive …

Wir kommen nach neunstündiger Busfahrt spät nachts Vang Vieng, dem berüchtigten Partynest an. Die Hauptattraktionen in Vang Vieng scheinen Saufgelage beim „Tubing“ zu sein. Dieses nicht ungefährliche Vergnügen besteht darin, auf einem aufgeblasenen Schlauch aus einem Traktorreifen den Fluß hinunterzudümpeln und sich in die nächste Bar schleppen zu lassen. Diesmal ist „schleppen“ wörtlich zu nehmen, denn nach fünf Bier reicht die Kraft nicht mehr, an Land zu schwimmen. Die angetrunkenen Gäste lassen sich einfach ein Seil zuwerfen und werden an Land gezogen. Nach ein paar Drinks oder etwas vom „special“ Menü oder beidem werden dann die gewaltigen selbstgebauten Sprungtürme und Rutschen immer wilder ausprobiert. Wer dann noch nicht tot ist, lässt sich in die nächste Bar treiben und das Spiel beginnt von vorne. Offizielle Statistiken gibt es kein, aber wir haben verschiedene Zahlen gehört: die kleinste spricht von monatlich einem tödlichen Unfall, die größte von bis zu einem Dutzend!

Blick ins Tal

Glücklicherweise ist der Fluss ohnehin zu kalt, so dass wir uns – wie geplant – eher auf die schöne Landschaft stürzen als auf die täglichen Partys. Vang Vieng liegt in einem Tal, das der Fluß aus den Kalksteinfelsen geschnitten hat. Ähnlich schroff wie in der Halongbucht fallen die Felsen ab. Wir folgen den handgeschriebenen Schildern aus der Stadt und erreichen eine kleine Kalksteinnadel, die wir besteigen können. Nachdem die Einheimischen abkassiert haben, versteht sich. Der Aufstieg ist steil und durch klapprige Bambusleitern erleichtert. Die Aussicht ist spektakulär. Die Felswand im Rücken können wir weit ins Tal mit seinen Reisfeldern sehen.

Durch die Beschaffenheit der Felsen entstanden unzählige Höhlen, die einfach zu erreichen sind. Als erste Besucher an diesem Tag kommen wir zur „Diamond Mine“ Höhle, klettern über ein Gatter, werden freundlich durch die Bäuerin begrüßt, um einen willkürlichen Betrag erleichtert, bekommen dafür eine uralte Taschenlampe in die Hand gedrückt und werden Richtung Dschungel geschickt. Wir folgen dem Pfad, bis wir tatsächlich zu einem kleinen Höhleneingang gelangen, durch den wir uns etwas mühselig hindurch zwängen und dann im Stockdunkeln stehen. Mit der spärlichen Beleuchtung ist es schwer den weiteren Weg zu erahnen. Als wir ihn ausgemacht haben und gerade durch die nächste Öffnung kriechen wollen, fällt der kleine Lichtkegel der Taschenlampe auf die Wand über dem Durchgang. „Uaaarrghhh!“ Erschrocken zucken wir zurück: Eine handgroße Spinne sitzt einen Meter von der Öffnung entfernt und lauert auf Nahrung! Oder auf uns?

Höhlenbewohner


Es ist gruselig. Und spannend. Bewegt sie sich? Setzt sie zum Sprung an? Was hat sie vor? Wir erinnern uns, dass in Laos die größte lebende Spinne mit etwa 35 Zentimetern in einer Höhle entdeckt wurde. Diese Höhle? Ist die Spinne giftig? Keine Ahnung. Na super, gefährliches Halbwissen. Können wir nicht einfach wieder rausgehen? Wir beobachten die Spinne gespannt und fluchtbereit.
Nachdem sie sich mehrere Minuten keinen Millimeter bewegt hat, wagen wir den Versuch und zwängen uns durch die Öffnung. Bloß nicht nach oben gucken, Nacken einziehen und schnell sein. Die Decke ist nur fünf Zentimeter über unseren Köpfen… Auf der anderen Seite sind wir glücklicherweise gleich wieder in einem größeren Raum angelangt und Wände und Decke sind weit von uns entfernt.
Mit klopfendem Herzen erkunden wir die Höhle eine Stunde lang, immer wieder gespannt und schaudernd, was der kleine Lichtkegel zum Vorschein bringt. Die von Forschern entdeckte Riesenspinne läuft uns aber nicht ins Licht. Zum Glück!

Wir sind froh wieder draußen zu sein, aber jetzt hat uns die Abenteuerlust gepackt und wir fahren gleich weiter zur Tham Phu Kham Höhle. Wie gewohnt werden wir von den Einheimischen für irgendetwas Unverständliches zur Kasse gebeten, dann gleich noch mal und außerdem noch für die Lampe.

Der Eingangsbereich der Höhle

Die Höhle ist riesig und wir können 400 Meter tief hinein gehen. Kurz nach dem Eingang gelangen wir in eine große Kammer, die durch eine Öffnung im Fels wunderschön beleuchtet wird. Das einfallende Licht strahlt den Schrein des liegenden Buddhas an und das Moos auf den Felsen leuchtet saftig grün.
Wir klettern über rutschige Felsen in die Haupthöhle und es wird dunkel um uns. Die Lampe leuchtet nur den Boden direkt vor unseren Füßen aus und wir tasten uns vorsichtig durch die Höhle, vorbei an tiefen Löchern und über loses Geröll.
Am Ende gelangen wir zu einem großen Raum, der wie ein mittelalterlicher Thronsaal wirkt. Große Säulen tragen die Decke und mannsgroße Stalagmiten wirken wir die versteinerten Bewohner. Besonders schön ist, dass wir wieder einmal allein unterwegs sind und die Höhle ihre Wirkung ungestört entfalten kann.
Wir können uns kaum losreißen, müssen langsam jedoch zurück nach Vang Vieng, um den Localbus nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos zu erwischen.
Wir freuen uns gerade darüber, dass wir für die vier Stunden Fahrt keinen teuren Luxusbus für Touristen zahlen müssen, als der staubige, in die Jahre gekommene Pickup vor uns hält und der Fahrer uns angrinst: „Vientiane“? ...




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