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Die Ebene der Steinkrüge (Flow-Followers Logbuch Teil 14)
Weltreise-Berichte aus Laos

Steinkrüge

Nach den entspannten Tagen in Luang Prabang, erleben wir auf unserem nächsten Reiseziel nicht nur die Problematik der alten Blindgänger, sondern auch die rätselhafte Ebene der Steinkrüge, für deren Erkundung uns die langweilige Provinzstadt Phonsavan als Ausgangspunkt dient. Während wir uns die riesigen Behälter mit bis zu sechs Tonnen Gewicht aus der Nähe ansehen, halten wir besorgt immer ein Auge auf den Grenzsteinen, um auf den minengeräumten Wegen zu bleiben …

Die Provinzhauptstadt Phonsavan verdient keine weitere Erwähnung. Eine der uninteressantesten Städte unserer Reise. Sie bietet uns lediglich den traurigen Blick auf die Überreste des amerikanischen Krieges. Wir sind jedoch für die Ebene der Steinkrüge (Plain of Jars) hierher gekommen und mieten uns am nächsten Morgen einen Motorroller, um die drei interessantesten und zugänglichsten Gebiete mit den größten Ansammlungen an Steinkrügen zu erreichen.

Bis heute ist die Herkunft der Steinkrüge nicht vollständig geklärt. Aktuellen Schätzungen zufolge sind die Megalithen bis zu 2500 Jahre alt. Leider sind die Fundstätten prähistorischer Natur, d.h. es fehlen Aufzeichnungen, um das genaue Alter festzustellen. Ebenso unklar ist die Verwendung der riesigen Gefäße. Theorien reichen von der Konservierung von Nahrungsmitteln bis zur Verwendung in Bestattungsritualen. Die Steinkrüge wurden in einem Stück aus einem großen Felsen gefertigt. Der hohe damit verbundene Aufwand deutet daher eher auf eine symbolische denn alltägliche Verwendung hin.

Blick auf die Ebene

Nach kurzer Fahrt erreichen wir „Site 1“. Dies ist die größte und nächstgelegene der fünf Hauptfundstätten in der Umgebung von Phonsavan und von insgesamt knapp 90 Fundstätten. Allein an diesem Fundort finden sich über 200 Steinkrüge, die meisten mit einem Gewicht von 600 bis 1.000 Kilogramm. Wir lassen unseren Motorroller am Eingang zurück und folgen dem sicheren Pfad – vorbei an Bombenkratern – auf einen kleinen Hügel. Oben angekommen beeindruckt uns der größte aller Steinkrüge: Sechseinhalb Tonnen schwer und beinahe drei Meter hoch. Der Blick ins Tal ist ebenso imposant: hunderte „kleinere“ Steinkrüge liegen verstreut auf der Ebene.
Wir fahren weiter über staubige, mit großen Steinen übersäte und beinahe unwegsame Straßen zu den Fundstätten No. 2 und 3. Wieder einmal entschädigt die schöne Landschaft für die mühevolle Fahrt. Wir sind froh, dass die kleinen Reifen des Motorrollers durchhalten und wir nicht weitab der ausgebauten Wege eine Panne haben.

Site 2 der Plain of Jars

„Site 2“ erreichen wir nach einem kleinen Spaziergang auf einen Hügel. Oben finden wir eine kleine Gruppe von Steinkrügen schön gelegen unter einem großen Baum. Wir wollen den Weg zur dritten Fundstätte gehen, machen dann aber schnell wieder kehrt, als die Markierungen der minengeräumten Wege immer undeutlicher werden. An einer Stelle erschrecken wir, als wir versehentlich einem Trampelpfad gut zwanzig Meter außerhalb des markierten Weges folgen. Beunruhigt drehen wir schnurstracks um, ängstlich bedacht, den gleichen Weg zurück zu nehmen.

„Site 3“ erreichen wir dann also doch fahrenderweise. Bei einem kleinen Spaziergang durch minengeräumte Reisfelder, vorbei an weidenden Kühen, klettern wir über die Schutzgatter zur ersten Gruppe von Steinkrügen. Danach geht es weiter zu den nächsten Gruppierungen, immer über geräumte Pfade. Diese wurden eingerichtet, um Forschern und Touristen sichere Wege zu bieten.
Es gibt aber noch ein anderes Wegenetz. Es sind die Trampelpfade der Einheimischen, die zur Bestellung der Felder nicht immer große Umwege durch sicheres Gebiet gehen können, sondern die „bewährten“, direkten Pfade nehmen. Und das Vieh kümmert sich ohnehin nicht um Wege, sondern geht auf seiner Suche nach frischem Futter bis in die letzten Winkel der Weiden. Es scheint, als ob dies lange gut gegangen ist, jedoch kann dies bereits der nächste Regen dramatisch ändern, wenn ein Blindgänger an die Oberfläche gespült wird.
Wir bleiben natürlich auf den sicheren Wegen und schaffen es heil, aber mit mulmigem Gefühl wieder zurück.

Das Abenteuer Phonsavan schließen wir nach unserer Rückkehr nach weniger als 24 Stunden ab und besteigen den nächsten klapprigen „Localbus“ nach Vang Vieng…




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